STÜCKEINFÜHRUNG - UND JETZT: DIE WELT! & UND DANN KAM MIRNA

zwei Stücke von Sibylle Berg

Österreichische Erstaufführung

 

Die Dramaturgen des Vorarlberger Landestheaters beantworten

Ihnen die entscheidende Frage „Worum geht’s eigentlich?“ und liefern

wissenswerte und unterhaltsame Hintergrundinformationen zu Stück,

Autor, Regieteam und Inszenierung.

 

NEU: Ab jetzt finden unsere Stückeinführungen aufgrund der großen Nachfrage immer im Grosses Haus statt.

 

Grosses Haus, Parkett, 19.00 Uhr

 

PREMIERE: Sa 6. Mai 2017, 19.30 Uhr, Grosses Haus, anschließend Premierenfeier*

 

WEITERE AUFFÜHRUNGEN: Di 09/05, Mi 31/05, Do 08/06, So 11/06, Fr 16/06, Sa 24/06

Besetzung

 

UND JETZT: DIE WELT!

Sie sind klug, gut ausgebildet und leben in prekären Verhältnissen, weil auch das x-te Praktikum kein Geld bringt. Sie verkaufen selbstgekochte Drogen im Internet, schreiben Mode-Blogs und steigern den Marktwert ihres Körpers im Fitnessstudio, obwohl sie den Markt verachten. Sie kommunizieren per Skype, SMS, Chat oder Telefon, und doch bleibt da ein Gefühl von Einsamkeit. Eine junge Frau bilanziert in Sibylle Bergs Text ihr bisheriges Leben: früher Mitglied einer brutalen Mädchengang, heute friedlich Yoga, früher unbeholfenes Knutschen mit Jungs im Zeltlager, heute Gender-Fragen, früher hochfliegende Ideale, heute Pragmatismus. Sehnsucht ist etwas, das man hauptsächlich aus Filmen kennt, Familie ein Verbund, den man sich selbst zusammenstellt, und immer lauert draußen die Welt, stellt Forderungen und diktiert Bilder, denen man unmöglich genügen kann.

 

UND DANN KAM MIRNA

Aus den jungen Frauen in UND JETZT: DIE WELT! sind inzwischen überforderte Thirtysomethings geworden. Wesentliches hat sich in ihrem Leben verändert: Die rotzigen Girls sind nun Mütter, und spätestens jetzt müssten sie erwachsen werden, oder zumindest so tun. Die glanzvolle Karriere ist ausgeblieben, stattdessen wächst die Einsicht, erschütternd durchschnittlich zu sein. Mürrisch und leicht angewidert schauen die jungen Frauen sich selber zu. Eben lag das Leben noch vor ihnen, und das soll es jetzt gewesen sein? Nein, es wird weitergeträumt. In dem diffusen Wunsch nach einem Neuanfang könnten die Frauen ihre gentrifizierten Wohnviertel verlassen und fortziehen aufs Land, weg von Sozialhilfe oder Betreuungsgeld, hin zur autonomen Selbstversorgung. Doch die Begeisterung ihrer Kinder hält sich in Grenzen: Im höhnischen Kontrast zu ihren müden Müttern haben die scharfzüngigen, mitleidlosen, altklugen Töchter nur Spott für die altbackenen, peinlichen Sehnsüchte ihrer Eltern.

 

 




 

EINTRITT FREI