EIN VOLKSFEIND

von Henrik Ibsen 

Klassiker

 

Dauer: 2 1/2 Stunden inkl. Pause

 

Matinee: So 7. Jänner 2018, 11.00 Uhr, T-Café, Eintritt frei

Premiere: Sa 13. Jänner 2018, 19.30 Uhr, Grosses Haus

 

Weitere Aufführungen: Di 16.1. / Fr 9.2. / So 11.2. / Do 1.3. / Mi 14.3. / Sa 17.3., jeweils 19.30 Uhr, Grosses Haus

Stückeinführungen: Di 16.1. / Fr 9.2. / Do 1.3. / Mi 14.3. / Sa 17.3., jeweils 19.00 Uhr, Grosses Haus, Eintritt frei

 

Abo, Freier Verkauf, Preisklasse I

 

 

Besetzung

Tickets



„Man sollte nicht seine besten Hosen anziehen, wenn man losgeht, um für Freiheit und Wahrheit zu kämpfen.“ aus EIN VOLKSFEIND von Henrik Ibsen

 

Dr. Stockmann, Kurärztin in einem beschaulichen Städtchen, stellt fest, dass die Heilquelle des Badebetriebs durch Abwässer verschmutzt ist. Ihrer Meinung nach muss das Untersuchungsergebnis sofort veröffentlicht und das Bad geschlossen werden. Die Redaktion der Lokalzeitung unterstützt die Ärztin in ihrem Vorhaben, bis ihr Bruder, der Bürgermeister, die hohen Umbaukosten, den drohenden Imageschaden und den Einnahmeverlust für die Stadt als Argumente ins Feld führt. Er schlägt vor, eine neue Studie in Auftrag zu geben. Die Bevölkerung beginnt, an der Glaubwürdigkeit der Ärztin zu zweifeln. Als sie auf einer Volksversammlung nicht nur das Wasser, sondern das gesamte Bürgertum der Stadt als vergiftet bezeichnet, erklärt man sie zum Volksfeind.

 

Henrik Ibsens Stück aus dem Jahre 1882 beschreibt die Spannungsverhältnisse in einer Demokratie. Zwischen Geld und Moral stellt Ibsen die entscheidenden Fragen: Wer hat Recht? Wer hat die Macht? Und gibt es tatsächlich alternative Fakten?

 

PRESSESTIMMEN

 

Mitten ins Schwarze! Volltreffer! Zum dritten Mal hat das Duo Rippert und Traun im Vorarlberger Landestheater überzeugt, ja begeistert. „Der Volksfeind“ erlebte eine packende und unterhaltsame, eine berührende, und ja, auch eine Diskussionen auslösende Premiere. Regisseur Matthias Rippert hat den Text präzise analysiert und daraus eine höchst zeitgemäße Geschichte geformt. Das Bühnenbild und die Kostüme von Selina Traun sind umwerfend, bestechen durch das außergewöhnlich Imposante und durch die Liebe zum Detail. 

 

Das Spiel und die Ausstattung wie auch die Figuren sind überzeichnet (…) Alle Bewohner der Stadt haben körperliche Deformierungen - als Folge giftiger Substanzen – doch keiner der Protagonisten stört sich daran, es scheint zur Normalität geworden zu sein. (…) Alltägliche Nahrungsmittel wie Mandarinen und Erdnüsse geraten zu Symbolen und Metaphern eines unbekümmerten Umgangs mit Pestiziden oder den unfairen Arbeits- und Lebensbedingungen weitentfernter Erdenbewohner. Großartiges Ensemble. (…) ChrisTine Urspruch begeistert in der Figur der Badeärztin Dr. Katrine Stockmann mit gebündelter, sich entladender Energie, ihrer Ausdruckskraft und Präsenz. (…) Ihren Ehemann Tomas spielt Peter Pertusini mit höchst berührendem Feingefühl. Auch Alexandra Maria Nutz überzeugt in ihrer unaufgeregten Darstellung der älteren Tochter Petra und mit der jungen Lara Bereuter, als jüngere Tochter Liv, hat das Theater ein kleines großes Talent entdeckt. Schwiegervater Morten Kiil wird ganz wunderbar von Gerhard Brössner sehr klar, unberührbar und autark dargestellt. Einfach phänomenal Lukas Spisser in der Rolle des Bürgermeisters Peter Stockmann.

Dagmar Ullmann-Bautz, kulturzeitschrift.at, 14.1.2018

 

Eine Prise Geschlechterkampf. Im Landestheater kommt Ibsen sehenswert daher. Das ist vor allem den tollen Akteuren geschuldet, allen voran ChrisTine Urspruch, die als Katrine Stockmann geradezu durch den Abend trägt. (…) Katrine zur Seite steht Peter Pertusini, der als Haus- und Ehemann Tomas ganz liebreizend das Häusliche ins Spiel bringt. (…) Ihnen steht mit Lukas Spisser als Bürgermeister, Thomas Schmidt als "Hofberichterstatter" Hovstadt, David Kopp als kämpferischer Redakteur und Luzian Hirzel als kleingeistiger Geschäftsmann ein "Schurken"-Quartett gegenüber, das sich gewaschen hat. (…) Fesselnd und faszinierend. Die komödiantenhaften Einsprengsel, die Rippert immer wieder setzt, unterhalten und amüsieren. Der dramatische Sog, der fesselt und fasziniert, öffnet sich aber immer dann, wenn Rippert jeden Klamauk zur Seite schiebt und die Dramatik des Textes in ihrer vollen Wucht durchbricht. (…) Es ist nicht zu Unrecht ein Stück, das bis heute immer wieder auf den Spielplänen zu finden ist. Es ist ein Stück, das trotz seiner zeitlichen Entrücktheit seltsam aktuell ist und im Landestheater zu einem nicht leichten, aber sehenswerten Theaterpaket geschnürt wird. Und so war den Akteuren der Applaus des Premierenpublikums auch zu Recht sicher.

Veronika Fehle, Vorarlberger Nachrichten, 15.1.2018

 

Es ist ein schräger, beinahe surrealer, von der Welt abgeschotteter Kosmos, den Regisseur Matthias Rippert auf die Bühne des Landestheaters gebracht hat. (…) Recht unterhaltsam und amüsant ist der Theaterabend, gerade die Schauspieler überzeugen auch in diesem Stück in Bregenz. (…) Kurärztin Katrine Stockmann (ausgezeichnet von ChrisTine Urspruch dargestellt) ist Mit-Trägerin dieses Bades, bis sie entdeckt, dass die Wasserquelle stark verschmutzt ist. (…) Das Bühnenbild (Selina Traun) funktioniert, die Container-Landschaft und die mobile Redaktion sind gut bespielt. (…) Die Geschlechter-Umkehr (im ursprünglichen Text ist Katrines Mann der Arzt) funktioniert in dem Stück ebenfalls gut. Wie Katrine im Vordergrund steht und der große starke Ehemann (Peter Pertusini) bei den Kindern ist, das gefällt wohl auch den Zuschauern. (…) Die Schauspieler sind das Zentrum dieses Abends, am Ende ernten besonders Urspruch und Spisser Applaus, doch auch Schmidt, Alexandra Maria Nutz, David Kopp und Luzian Hirzel bereichern das Stück. 

Lisa Kammann, NEUE Vorarlberger Tageszeitung, 16.1.2018

 

Am Vorarlberger Landestheater inszeniert Matthias Rippert den Konflikt zwischen Badearzt, Honoratioren und der Bürgerschaft des Ortes. Im Kurort klebt man aufeinander, das Schmiermittel der aufgekratzten Geselligkeit ist der Grog. Als die Aufdeckerin den Herren der Stadt reinen Wein in Sachen Wasserqualität einschenkt, reagieren sie situationselastisch.

Petra Nachbaur, Der Standard, 16.1.2018





Regie: Matthias Rippert

Bühne & Kostüm: Selina Traun

Musik: Robert Pawliczek

Licht: Arndt Rössler

Dramaturgie: Kathrin Bieligk

Regieassistenz: Fabian Schubert-Heil

Mitarbeit Bühne & Kostüm: Luzie Friederike Mueller

Ausstattungsassistenz: Lilli Löbl

Inspizienz: Eva Lorünser

 

Doktor Katrine Stockmann, Badeärztin: ChrisTine Urspruch

Tomas Stockmann, ihr Ehemann: Peter Pertusini

Petra Stockmann, ihre ältere Tochter, Lehrerin: Alexandra Maria Nutz

Ihre jüngere Tochter: Lara Bereute, (Kinderstatisterie Jugendclub 10+)

Morten Kiil, ihr Schwiegervater, Gerbermeister: Gerhard Brössner

Peter Stockmann, ihr Bruder, Bürgermeister: Lukas Spisser

Hovstadt, Redakteur: Thomas Schmidt

Billing, Redaktionsmitarbeiter: David Kopp

Aslaksen, Buchdrucker: Luzian Hirzel