KASPAR

von Peter Handke

 

Dauer: ca. 1 1/2 Stunden ohne Pause

 

Matinee: So 6. Mai 2018, 11.00 Uhr, T-Café

Premiere: Mi 9. Mai 2018, 19.30 Uhr, Grosses Haus

 

Weitere Vorstellungen: Do 17.5. / So 20.5. / Di 29.5. / Fr 8.6. / Sa 23.6., jeweils 19.30 Uhr, Grosses Haus

Stückeinführungen: Do 17.5. / So 20.5. / Di 29.5. / Fr 8.6. / Sa 23.6., jeweils 19.00 Uhr, Grosses Haus, Eintritt frei

 

Abo, Freier Verkauf, Preisklasse II

 

 

Besetzung

Tickets



Handkes Stück zählt heute zu den Klassikern der neuen Dramatik. Uraufgeführt im Mai 1968, vor genau 50 Jahren, liefert es eine bitterböse Zeitdiagnose – damals wie heute, indem es unser Vertrauen auf geglückte Kommunikation in Frage stellt. Das lustvolle Sprach-Spiel mit alltäglichen Phrasen steckt dabei voll unerwarteter Komik. Ausgangspunkt ist die Figur Kaspar Hauser, dessen Schicksal als rätselhafter Findling von seinem plötzlichen Erscheinen im Jahre 1828 bis heute Anlass zu Spekulationen gibt. Handkes Kaspar wird die Welt nach und nach begreiflich gemacht. Dazu trichtert man ihm Worte und Sätze ein, die nach und nach als Befehle und Mittel der Machtausübung erkennbar werden.

 

Am Vorarlberger Landestheater inszeniert die österreichische Regisseurin Carina Riedl mit einem starken künstlerischen Team: Die Musik der österreichischen Tonkünstlerin Tony Renaissance lotet im Zusammenhang mit der Inszenierung die Möglichkeiten der Kommunikation unabhängig von Sprache aus; Videos der Wiener Künstlerin Billy Roisz erweitern Handkes Kosmos um eine mediale Bildsprache; für die Ausstattung zeichnen Sarah Sassen (Bühne) und Otto Krause (Kostüm) verantwortlich.

Begeben Sie sich mit einem ausgezeichneten Schauspielerensemble auf eine abenteuerliche Reise in die Wirklichkeit, in der Peter Handke spürbar werden lässt, dass Begriffe, Denken und Empfindungen nicht unbedingt zusammenpassen.

 

 

Pressestimmen

(…) Jörg Ratjen ergreift die Chance, die Klassik- und Handke-Fans mit exakt pointierten Passagen zu beliefern. Nancy Mensah-Offei, Michael Ruchter, Elisa Seydel und Bo-Phyllis Strube erweisen sich in den farbenreichen Kostümen von Otto Krause als Protagonisten des […] choreografischen Theaters, das die Spannung eineinhalb Stunden lang aufrechterhalten kann.
(…) Und mit Katharina Ernst sitzt ganz oben auf den kreisrunden Bühnenstufen von Sarah Sassen eine starke Frau, die über die Distanz hinweg bestens mit Tony Renaissance ganz vorne vor den Zuschauerreihen agiert. Dass das auf der Geschichte des Findelkindes Kaspar Hauser basierende, philosophisch-theatrale Musik- und Sprachkonglomerat, wie der heftige Applaus verdeutlicht auch die hintersten Reihen erreicht hat, zählt zu den weiteren Pluspunkten des Saisonfinales am Bregenzer Kornmarkt.
Christa Dietrich, Vorarlberger Nachrichten, 10.5.2018

(…) Schon mit dem ersten Satz ist der Mensch "in die Falle gegangen" […] Jörg Ratjen […] transportiert […] eindrücklich die Verzweiflung derer, die in diesem Spiel die Verlierer sind. (…) Gelungen ist die Inszenierung – neben der Leistung der Darsteller – besonders dadurch, dass hier mehr geboten wird, als eine trockene intellektuelle Belehrung. Die Bühne mit roter Rund-Treppe (Sarah Sassen) wird ausgiebig genutzt. In einer Sequenz breitet sich das Spiel auf den Zuschauerraum aus, die Bühnentüren zur Seeseite werden geöffnet.  (…) Alles in allem ein hochwertiges, sehenswertes Stück, das nicht nur für Sprachwissenschafter geeignet ist.
Lisa Kammann, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 14.5.2018

Jörg Ratjen brilliert als Kaspar in seiner kindlichen Naivität und noch mehr als der, durch Worte und Erkenntnisse gefolterte Mensch. Nancy Mensah-Offei, Michael Ruchter, Elisa Seydel und Bo-Phyllis Strube spielen und sprechen mit faszinierender Präzision, besonders in den Chorpassagen, sowie mit großer Bühnenpräsenz und kreativer Energie.
(…) Carina Riedl hat gemeinsam mit ihrem Team, der Bühnenbildnerin Sarah Sassen, Kostümbildner Otto Krause, dem Lichtdesigner Arndt Rössler, der Videokünstlerin Billy Roisz und der genialen Musikerin Tony Renaissance einen für Aug und Ohr höchst ästhetischen Theaterabend geschaffen. (…) Die Musik ist mitreißend, nicht nur begleitend, sondern eine wichtige Säule in der gesamten Konstruktion, erzählend, definierend und formend.
(…) Das Publikum bedankte sich mit jubelndem Applaus für einen sehr besonderen Theaterabend – einen Theaterabend, der all jenen von Herzen zu empfehlen ist, die mit großer Neugier Neues im Theater schätzen und dieses Neue mit allen Sinnen genießen möchten.
Dagmar Ullmann-Bautz, kulturzeitschrift.at, 11.5.2018

 

(…) Die Inszenierung von Carina Riedl ist bedrückend und überzeugend gleichermaßen. Die Musik von Tony Renaissance gibt der Aufführung den Anstrich eines schrägen Popkonzertes. Die Leistungen der Schauspieler sind beachtlich (Nancy Mensah-Offei, Jörg Ratjen, Michael Ruchter, Elisa Seydel und Bo-Phyllis Strube). (…)
Wolfgang Ölz, Vorarlberger KirchenBlatt, 17.5.2018

 

 

 





Regie: Carina Riedl   

Bühne: Sarah Sassen
Kostüm: Otto Krause
Musik: Tony Renaissance

Video: Billy Roisz
Licht: Arndt Rössler
Dramaturgie: Britta Kampert und Birke Baumann
Regieassistenz: Agnes Kitzler
Regie- und Ausstattungsassistenz: Charlotte Schönthaler
Ausstattungsassistenz: Leslie Bourgeois
Inspizienz: Eva Lorünser

Bühnenmusikerin: Tony Renaissance           
Bühnenmusikerin: Katharina Ernst           
Spielerin: Nancy Mensah-Offei   
Spielerin: Elisa Seydel
Spielerin: Bo-Phyllis Strube
Spieler: Jörg Ratjen
Spieler: Michael Ruchter