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DIE WAHRHEIT IST, DASS MIR AUF ERDEN NICHT ZU HELFEN WAR - KLEIST UND DER TOD

Unter Verwendung von Texten Heinrich von Kleists Inszenierung: Stephanie Gräve

Ein Satz des Abschieds. Ein Gedanke, der sich durch ein ganzes Leben zieht. Mit dem Musiktheaterprojekt DIE WAHRHEIT IST, DASS MIR AUF ERDEN NICHT ZU HELFEN WAR rücken wir einen der gebrochensten und widersprüchlichsten Protagonisten der deutschsprachigen Literatur in den Mittelpunkt. Heinrich von Kleist: Dichter, Suchender, Getriebener. Einer, der um Halt rang, um Sinn.

Aus Briefen, Aufzeichnungen und Monologen entsteht ein Porträt, das sich Kleists Denken und Fühlen anzunähern sucht. Seine Texte kreisen um existenzielle Fragen, um Zweifel, um die Sehnsucht nach Gewissheit in einer Welt, die sich ihm zu entziehen scheint. Seine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und dem Endgültigen, die sich durch Kleists Werk zieht und schließlich im Freitod am Wannsee mündet, steht im Fokus unseres Abends.

Das Ensemble leiht Kleists Worten Stimmen und Körper, lässt sie als Fragmente eines Lebens wirkmächtig werden. Die Musik dazu entsteht an der Stella Musikhochschule Vorarlberg. Über zwei Semester hinweg entwickeln Master-Studierende unter der Leitung von Martina Taubenberger ein Klangkonzept, das den Texten nicht nur folgt, sondern sie kommentiert, unterbricht und weiterträgt. Die Musik wird live gespielt und bildet ein Gegenüber zu Kleists Sprache, 
mal zurückhaltend, mal drängend. So begegnen sich Literatur und Klang, Vergangenheit und Gegenwart in einem offenen, suchenden Dialog.

Videoprojektionen erweitern den Raum, greifen Motive auf, vertiefen Gedanken, setzen Bilder neben Worte. Die Kapelle der Hochschule, einst sakraler Raum, der der Andacht diente, wird für uns zum Schauplatz künstlerischer Annäherung – getrieben von der Frage nach dem, was kommt, wenn ein Leben an seine Grenzen gelangt.

Premiere

Mi, 10.02.2027, 19.30 Uhr