GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN
von Choderlos de Laclos, Deutsch von Natascha Görde, Bühnenfassung von John von Düffel Inszenierung: Agnes Kitzler
Ein Brief: ein Versprechen. Ein Blick: eine Verheißung. Und gleich dahinter: ein Abgrund. In GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN nach Choderlos de Laclos wird die höfische Gesellschaft zum Personal eines Spiels, das zwar mit Worten geführt wird, aber einen Dolch mitten ins Herz treibt. Was als Zeitvertreib beginnt, entwickelt eine Sogkraft, die Leben verändert und Beziehungen zerreißt.
Im Schwerkraftzentrum dieser zerstörerischen Macht: zwei Menschen, die einander in Klugheit und Kälte ebenbürtig sind. Die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont planen, verführen – und schreiben. Botschaften der Sehnsucht werden zu Werkzeugen der Täuschung und Macht; mit jeder Zeile verschieben sich die Grenzen zwischen Wahrheit und Rolle. So entsteht ein gefährliches Geflecht aus Andeutungen, Berechnung, Verlangen und verletzter Eitelkeit.
Die Welt, in der diese Geschichte spielt, ist von betörender Eleganz. Hinter den höfischen Ritualen verbirgt sich jedoch ein kaltes System, in dem Nähe zur Währung wird und Vertrauen zum Risiko. Wer liebt, macht sich verletzlich. Wer lenkt, bleibt scheinbar unberührt. Aber je weiter das Spiel voranschreitet, umso deutlicher zeigt sich: Auch die Geschicktesten müssen sich seinen Regeln unterwerfen.
Ein Stück über die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen und die Sehnsucht nach dem Wahrhaftigen, ein Reigen zwischen Macht und Begehren. Und über allem schwebt die leise Erkenntnis, dass es Spiele gibt, die am Ende niemand je gewinnt.