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Editorial

Liebes Publikum,
Selbstbestimmung und Freiheit – es wäre ein Trugschluss, würden wir annehmen, in unserer Gesellschaft wären diese und ähnliche Kategorien längst für alle selbstverständlich gültig. Anhaltende Auseinandersetzungen für respektvollen Umgang miteinander, wie die „MeToo-Debatte“, belegen dies lebhaft und liefern nicht zuletzt erschreckende Einsichten in Machtmissbrauch und übergriffiges Verhalten – zwei Antipoden zu Selbstbestimmung und Freiheit.

Der Blick in die Theaterliteratur versetzt uns in die luxuriöse Situation, nachspüren zu können, wie sich zum Beispiel ein wacher Geist wie Gotthold Ephraim Lessing schon vor mehr als 250 Jahren mit diesen und ähnlichen Themen in seinem Trauerspiel MISS SARA SAMPSON beschäftigt hat. Überhaupt finden sich im Werk dieses Autors sehr häufig Frauenfiguren als Titelheldinnen (vgl. Minna von Barnhelm oder Emilia Galotti) und weitere differenzierte weibliche Rollen (vgl. Gräfin Orsina oder Marwood in MISS SARA SAMPSON). Lessing blickt in stets spannungsreichen Figurenkonstellationen auf Geschlechterrollenverhältnisse. Für Fragen zu Selbstbestimmung und Freiheit ist der Autor, mit seinem aufklärerischen Denken, ohnehin eine hervorragende Referenz, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Für OLIVER TWIST, den Titelheld unserer diesjährigen Inszenierung zur Vorweihnachtszeit, scheint nicht einmal der Spruch zu gelten: „Du hast keine Chance – nutze sie!“ Seine prekäre Lage als vollkommen mittelloses Waisenkind macht ihn zum Spielball der Fürsorgeanstalt, seines ersten Arbeitgebers und dem großstädtischen Milieu von Halbwelt und Kriminalität. Charles Dickens, einer der großen Erzähler der Weltliteratur des neunzehnten Jahrhunderts, stellt eine für seine Hauptfigur Oliver eher unwirtliche Welt vor, betont mit dieser Mangelbeschreibung aber erst recht, was Kinder eigentlich bräuchten, um mit Zuneigung und ohne Zwänge aufwachsen zu können.

Wir erwarten Sie, liebes Publikum, also auch im November – an dessen dunkler werdenden Tagen eigentlich kein Weg am Theater vorbei führt – mit zwei Premieren, basierend auf literarischen Vorlagen, die in hohem Maße Unterhaltung und reichhaltige Inhalte bieten. Letzteres gilt selbstverständlich auch für unsere weiteren im Programm stehenden Produktionen und Angebote.