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LEONCE UND LENA

Georg Büchner Inszenierung: Milena Fischer

Ach, man hat’s nicht leicht als Prinz: Heiraten und König werden soll man, den blöden Fußstapfen des blöden Vaters folgen, das noch blödere Volk regieren. Keine schönen Aussichten, „denn wer arbeitet, ist ein subtiler Selbstmörder, und ein Selbstmörder ist ein Verbrecher, und ein Verbrecher ist ein Schuft. Also, wer arbeitet, ist ein Schuft.“ Und schließlich gibt es ja auch angenehmere Beschäftigungen als Monarchenkarriere und Regierungsgeschäfte: Faulenzen zum Beispiel, oder sich der Melancholie hingeben.

Leonce ist jedenfalls nicht gewillt, dem Pfad zu folgen, den Vater, Gesellschaft und Leben für ihn vorgesehen haben, und sucht sein Heil in der Flucht. Trifft Lena, Schwester im Geiste, eine echte Romantikerin! Und beide müssen feststellen, dass mit ihrer Liebessehnsucht weder diesem verflixten Schicksal noch der Staatsräson so leicht zu entkommen ist.

Es ist ein ewiger Kampf: Das heiße Blut der Jugend gegen verknöcherte Strukturen. Unbestimmte, tief empfundene Sehnsucht gegen das Es-war-schon-immer-so des Faktischen. Und mittendrin: Der junge Büchner, der sich nicht von ungefähr in der so vagen und eben darum so konkreten Beschreibung des Leonce widerspiegelt: „Geht auf zwei Füßen, hat zwei Arme, ferner einen Mund, eine Nase, zwei Augen, zwei Ohren. Besondere Kennzeichen: ein höchst gefährliches Individuum.“
Mit LEONCE UND LENA loten wir in dieser Spielzeit aus, welche relevanten Botschaften Büchner heute noch für uns und unsere Lebenswirklichkeit haben kann: Über Auflehnung gegen das, was ist, über den Mut zu träumen und über die Fähigkeit, sein Schicksal mit einem Lächeln anzunehmen – wenn’s denn wirklich, wirklich gar nicht anders geht.

Die Einführung findet wieder zur gewohnten Zeit, um 19.00 Uhr, im T-Café statt. Das Platzangebot ist begrenzt.

Download: Programmheft (PDF)

Mit Vivienne Causemann  / Luzian Hirzel  / Maria Lisa Huber  / Tobias Krüger  / Sebastian Schulze  / David Kopp  / Nico Raschner
Inszenierung: Milena Fischer  / Bühne & Kostüm: Philipp Eckle  / Musik: Matthias Grote  / Licht: Arndt Rössler  / Dramaturgie: Ralph Blase

Matinee

So, 06.02.2022, 11.00 Uhr

Premiere

Mi, 16.02.2022, 19.30 Uhr

Tickets

Vorstellungen

Sa, 19.02.2022, 19.30 Uhr
Mi, 23.02.2022, 19.30 Uhr
Fr, 25.02.2022, 19.30 Uhr
So, 27.02.2022, 19.30 Uhr
Di, 01.03.2022, 19.30 Uhr

Tickets

Publikums­gespräch

Mi, 23.02.2022, 21.15 Uhr
Eintritt Frei


 

am 27.2. gilt die 2:1-Aktion - Weil's zu zweit viel schöner ist! Ihre Begleitung hat freien Eintritt.

 

 

Dauer

ca. 1 Stunde und 45 Minuten, keine Pause

Pressestimmen

„[…] Dass Büchners Themen in seiner 1836 geschriebenen „tragischen Komödie" vielfältig sind, wissen wir, wie zeitgemäß, wird einem aber an diesem Abend schnell bewusst und das liegt einerseits natürlich an dem wunderbaren Text an sich, andererseits aber vor allem an der Inszenierung durch Milena Fischer und der feinen Dramaturgie Ralph Blases. […] Nico Raschners Leonce ist melancholisch und traumversunken, überdrüssig und doch gleichsam kraftvoll und hungrig nach mehr. Ihm zur Seite gestellt ist der arbeitsscheue Valerio, von Sebastian Schulze als gleichrangiger Mitspieler klar angelegt. Mit viel Körpereinsatz bekommt seine Rolle etwas leicht Durchtriebenes und die Wortwechsel zwischen den Beiden eine kabarettistische Note. Weiters im Bunde der Männer-Rige sind Tobias Krüger als König Peter – eine besonders bei seinem zweiten Auftritt trotz fehlendem Beinkleid und seines doch etwas jungen Alters für einen abdankenden König sehr überzeugende Darbietung mit viel Witz und Charme – sowie ein wandelbarer David Kopp als Präsident und Polizeidiener und ein noch vielseitigerer Luzian Hirzel als Hofmeister, Staatsrat, Polizeidiener, Zeremonienmeister und letztlich sogar als liebliche Rosetta. […] Maria Lisa Huber als Prinzessin Lena und Vivienne Causemann als deren Gouvernante überzeugen als Paar an diesem Abend besonders. Lena sprüht vor Jugend und Freiheitsdrang und die Enge der Etikette – symbolisch durch das Überstreifen eines Korsetts und Reifrockes angedeutet – ist bis in die hintersten Reihen zu spüren. Die sie begleitenden Gouvernante verleiht Vivienne Causemann einen tollen Charakter – liebend, stark und letztendlich, passend zur gesamten Aufführung, anstatt höfisch einfach „cool“. […]“
Manuela Cibulka, Kulturzeitschrift online, 17.02.2022

„[…]"Leonce und Lena" wird bei ihr nicht auf eine Spielart zurechtgebogen, sie [Milena Fischer] vertraut erstens der Ästhetik der Commedia dell'arte und deren Wirkung, wenn es darum geht, politische Pointen zu schärfen sowie zweitens einem Ensemble, das sich den Text derart zu eigen macht, dass auch beim lebendigen oder konkret übertriebenen Spiel keine der vielen zynischen Bemerkungen verloren geht oder in Manieriertheit versinkt. Mit einer Ausstattung, die bei der Bühne mit ein paar verschiebbaren Podien, Blumen und dem erwähnten Mond auskommt und in den Kostümen einen virtuosen Bogen vom Ancien Regime bis ins Heute spannt, erweist sich Philipp Eckle als toller Partner. Dass Matthias Grote auch noch die entsprechenden Musiknummern arrangiert hat und darauf bauen kann, dass am Landestheater mittlerweile ein paar Gesangstalente engagiert sind, verleiht der Produktion eine besondere Kompaktheit.“
Christa Dietrich, Vorarlberger Nachrichten, 18.02.2022

„[…] Fulminant gut umgesetzt gestaltet sich die Rückkehr von Leonce, Valerio, Lena und der Gouvernante an den Königshof. Alle vier erscheinen sie als menschliche Automaten, mit mehreren Masken und Gesichtern. Dass die Masken am Handgelenk der Gouvernante FFP2-Masken ähneln, ist eine geschickte Verheutigung dieses Themas. Die roboterartigen Menschen, die tun, was man ihnen sagt und sich am Schluss dem Schicksal der Ehe beugen, wirft die Frage auf, inwiefern wir heute unserer Gesellschaft entfliehen können.“
Daniel Furxer, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 18.02.2022

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