Kartenbüro
Montag bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr
sowie Freitag 13.30 bis 17.30 Uhr

Kornmarktplatz
A 6900 Bregenz
T +43 (0)5574 42 870–600
ticket@landestheater.org

ABENDKASSA
Ab zwei Stunden telefonisch
erreichbar und eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn vor Ort:
T +43 (0)5574 42 870–600

Rund und um die Uhr Karten kaufen:
Hier geht‘s zum Online-Kartenverkauf!

EINFACH UND MOBIL
Die Ticket-Gretchen App gleich
hier kostenlos downloaden!
Vorarlberger Landestheater Vorarlberger Landestheater

Der Flüchtling

Fritz Hochwälder Inszenierung: Bérénice Hebenstreit

Im Grenzgebiet irgendwo in den Bergen treffen drei Menschen aufeinander: Hier versieht ein Grenzdiener fraglos seinen Dienst. Seine Frau kümmert sich nicht um Politik und steht dem Mann treu bei. Der Flüchtling versucht sich vor den totalitären Machthabern in Sicherheit zu bringen und kann sich in das Häuschen des Grenzwächters retten, wo die Frau ihn versteckt. Als die Soldaten ins Haus dringen, legt sie sich zu ihm und gibt ihn als ihren Mann aus. Doch irgendwann erfährt auch der Ehemann von dem Versteckspiel und schmiedet einen hinterlistigen Plan, um den Flüchtling loszuwerden. Die Ehefrau will mit dem Flüchtling zum Widerstand fliehen und fordert den Mann auf, mitzukommen. Der Flüchtling, so erkennt der Grenzwächter, ist nicht der vor dem Regime Fliehende, sondern er selbst, der die Augen vor dem Unrecht des Regimes, das er zu exekutieren hilft, verschließt. Er muss sich entscheiden, zwischen Anpassung und kleinem Glück oder Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Als die Soldaten eintreffen, lenkt er das Augenmerk der Soldaten auf sich, um der Frau und dem Flüchtling einen Vorsprung zu sichern. Das Dilemma zwischen Ungehorsam und Regimetreue, in das Hochwälder seine Figuren wirft, nimmt die Frage nach dem blinden Gehorsam, die die Nachkriegsjustiz jahrelang beschäftigte, vorweg. Zugleich aber reicht DER FLÜCHTLING weit über eine konkrete historische Situation hinaus. Hochwälder entwickelt aus der bedrohlichen Konstellation ein psychologisches Kammerspiel, bei dem die Einsätze der drei Handelnden von Beginn an hoch sind. Behutsam geht er an die Grenzen der Darstellbarkeit des Schreckens von Flucht und Vertreibung. Der Flüchtling wird weder als passives Opfer dargestellt noch auf das Podest gehoben. Und doch bleibt die Katastrophe der Flucht immer anwesend. Ohne moralisierenden Zeigefinger, ohne Besserwisserei beleuchtet das Stück, was bei Verdrängung und Schuld zwischen den Menschen geschieht.

Matinee

So, 19.05.2019

Premiere

Fr, 24.05.2019

Termine

Di, 28.05.2019
Do, 06.06.2019
Sa, 08.06.2019
Mi, 12.06.2019
So, 16.06.2019
Fr, 21.06.2019
 

Dauer

wird bekannt gegeben

Nicht nur der, der eine Grube aushebt - auch der, der gleichgültig daneben steht und nichts tut, dass sie gegraben wird - auch der muss hinein.

aus Der Flüchtling