AMERIKA
Franz Kafka Inszenierung: Niklas Ritter
Der junge Karl Roßmann wird über den Atlantik geschickt, um einen Skandal vergessen zu machen. Seine Flucht mündet in eine physische und emotionale Reise durch ein idealisiertes, letztlich unerreichbares Amerika.
Mit seinem Romanfragment Amerika (später unter dem Titel Der Verschollene geführt) schuf Kafka einen Gegenentwurf zu den gängigen Legenden vom amerikanischen Traum und seinen Verheißungen: Statt des individuellen gesellschaftlichen Aufstiegs, der doch angeblich jedem Fleißigen offenstehen soll, erleidet Karl einen fortwährenden Niedergang, erlebt auf seiner Suche nach Identität und Zugehörigkeit eine Welt voller Missverständnisse und Entfremdung, in der Träume und Hoffnungen an der Konfrontation mit der Realität zerschellen.
Karls Begegnungen und Erfahrungen öffnen so das Tor zu einer tiefen Auseinandersetzung mit Themen wie Autonomie, Kontrolle und der Illusion von Freiheit in einer von Hierarchien und starren Strukturen dominierten Gesellschaft.
Publikumsgespräch: Mittwoch, 18. Juni, im Anschluss an die Vorstellung im T-Café (Eintritt frei).
*2:1-Aktion am So, 15. Juni – Weil's zu zweit viel schöner ist! Ihre Begleitung hat freien Eintritt
Download: Programmheft (PDF © Julia Benning)
Download: Begleitmaterial (PDF)
Live-Musik: Oliver Rath / Martin Grabher / Marcello Girardelli / Aris Kapajannidis / Inszenierung: Niklas Ritter / Bühne und Kostüm: Karoline Bierner / Musik: Oliver Rath / Licht: Tom Barcal / Dramaturgie: Juliane Schotte
Vorstellungen
Dauer
3 Stunden, inklusive eine PausePressestimmen
"Niklas Ritter hat Kafkas Roman dramatisiert und in einer kraftvollen Szenenfolge auf die Bühnegebracht. Das Ergebnis ist eine explosive Mischung aus Emotionalität, Komik, Skurrilität und Tempo. Ob die lautmalerische Ankunft in Amerika, slapstickhafte Schlägereien, die Badeszene als Schattenspiel oder comicartige Telefonszenen [...] Kafkas Amerika wurde vom Vorarlberger Landestheater fulminant umgesetzt – intensiv, schrill,leidenschaftlich, packend und über weite Strecken höchst unterhaltsam." Dagmar Ullmann-Bautz, kulturzeitschrift, 18.5.25
"Neben dem fulminanten Protagonisten Nurettin Kalfa sind Isabella Campestrini, Elzemarieke de Vos, Nico Raschner, David Kopp und Roman Mucha in mehreren Rollen im Einsatz, jeweils stark präsent und sowandlungsfähig wie die Ausstattung von Karoline Bierner, die folgerichtig nur aus ein paar Koffern besteht. Unterschiedlich groß und unterschiedlich eingesetzt sind sie ein Zimmer, ein Lift, das Podium der Freiheitsstatue,oder ein Hochhaus, deuten das Ausgeschlossensein oder die Beengtheit an. Nach absurd witziger Bürokratie in Kafkas "Oklahoma", einer Art Jenseits, in dem jeder willkommen ist, gleicht das abrupte Ende von Karl Roßmann einer guten Straffung." Christa Dietrich, APA, 19.5.25




